Berichte

Am Samstag, 26. Juni 2010, Sommerfest im Haus MITEINANDER in Gaustadt

20.06.2010

„Hier muss niemand in Anonymität leben.“ Jeder ist freundlich, jeder ist zufrieden.“ Dieses Resümee von Friedel Dorn nach einem Jahr in einem Haus, das sowohl in seiner baulichen Ausführung als auch in Bezug auf die soziale Konzeption beispielgebend sein soll, klingt, als hätten die Bewohner etwas zu feiern.

Das Haus MITEINANDER verfügt sogar über einen eigenen Übungsplatz, damit Senioren dank spezieller Sportgeräte ihre Fitness bewahren können. (Foto: Gerhard Hagen)

Das tun sie tatsächlich, und zwar am Samstag, 26. Juni 2010, von 14:00 bis 18:00 Uhr. Gemeinsam mit ihren Nachbarn. Aber auch sonstige Interessierte sind herzlich willkommen in Gaustadt in der Andreas-Hofer-Straße 19.

„Wohnen in allen Lebensphasen (WAL)“ hatte die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern als Losung ausgegeben. Fördermittel dienten als Ansporn, den Anspruch zur Wirklichkeit werden zu lassen. Die Bewerbung des kirchlichen Wohnungsunternehmens Joseph-Stiftung war sofort erfolgreich; hatte es doch mit der Caritas bereits das Modell entwickelt: „In der Heimat wohnen – ein Leben lang! Sicher und selbstbestimmt.“ Zusätzlich zu alten- und familiengerechtem Wohnraum in zentraler Lage sieht dieses auch ehrenamtliche Hilfe und bei Bedarf professionelle Leistungen wie ambulante Pflege vor. 

Von den 29 neuen Wohnungen unterhalb des Gaustadter Schützenheims ist die Mehrzahl von Senioren belegt. Aber auch junge Familien und fünf behinderte Menschen haben hier ein ideales Zuhause gefunden. Man unterstützt sich gegenseitig zwischen den Generationen und bei körperlichen Einschränkungen.

Füreinander da

Nach rund 14-monatiger Bauzeit erfolgte ab Mitte April 2009 der Erstbezug der Mietwohnanlage. Schon vorab hatten sich die künftigen Bewohner häufig mit Kundenbetreuerin Hannelore Bils-Klinker und mit Annette Söder von der Caritas-Sozialstation Bamberg-Ost/Gaustadt getroffen. Alle waren sich der herausragenden Situation bewusst: Jeder soll sich in die Gemeinschaft einbringen, muss aber nicht. – Bei der Segnung des Hauses am 28. Oktober 2009 tauften sie es auf den Namen MITEINANDER. Was geschieht, ist eigentlich ein Füreinander.

Die bereits erwähnten Friedel Dorn lobt die Fürsorge untereinander. Beispielsweise wusch ihr eine Nachbarin die Füße, als ihr gebrochener Arm eingegipst war. Umgekehrt macht sie Besorgungen für Hausbewohner, die nicht mehr sonderlich mobil sind. Gerne erinnert sie sich ferner an einen Fall, bei dem die Gemeinschaft spontan reagierte: Einige ihrer Jüngsten wurden wegen Windpocken unverzüglich im Kindergarten abgeholt  und umsorgt, während die Eltern noch bei der Arbeit waren.

Eine weitere Episode: Die Hausaufgabenbetreuung durch die beiden jeweils durch Unfälle körperbehinderten Miriam Proksch und Stefan Palatzky ist eine feste Einrichtung im „Stützpunkt“, einem eigenen „Gartenhaus“ mit Saal, Küche, Büro und Toiletten zwischen den beiden Wohnflügeln. Weil’s hier so nett sei, kommt ein Junge immer, selbst wenn er gar nichts für die Schule erledigen muss.

Ebenfalls regelmäßig finden Sprechstunden statt. Und Luise Löchner vom Stadt-Caritasverband steht als Ansprechpartnerin für alle sozialen Belange zur Verfügung.


Ehrenamtliche willkommen

Im „Stützpunkt“ haben die Bewohner eine eigene Bibliothek eingerichtet. Im Saal, der übrigens auch von Externen gemietet werden kann, ist einmal im Monat eine Hausversammlung. Ansonsten dient er für Gymnastik, Vorträge (Patientenverfügung, Krankenkassen-Neuregelungen, Verkehrsverbund, ...) und Feiern jeglicher Art (Weinfest, Adventsfeier und Faschingsparty), was die Hausgemeinschaft laut Caritas-Frau Luise Löchner alles selber anleiern. Dankbar wäre man allerdings, wenn sich noch der eine oder andere aus dem Stadtteil ehrenamtlich engagieren würde. Hannelore Bils-Klinker hofft, auf diese Weise vielleicht demnächst schon einen Fahrdienst und einen Mittagstisch organisieren zu können. Anregungen willkommen! Gelegenheit zum Kennenlernen besteht gleich am kommenden Samstag ...

Das sollten Sie wissen:
Caritas und Joseph-Stiftung haben gemeinsam das Modell „In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ entwickelt und in Gaustadt umgesetzt. Es ermöglicht Bürgern aller Altersstufen, trotz Unterstützungsbedarfs sicher und selbstbestimmt in der vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. In das Wohnmodell sind ambulante Dienstleistungen der Caritas integriert. Sowohl Mieter der barrierefreien Wohnungen als auch Bürger von Gaustadt können je nach Bedarf Beratung, hauswirtschaftliche und handwerkliche Hilfen, Unterstützung bei Behördenkontakten, ambulante Pflege und Angebote für pflegende Angehörige in Anspruch nehmen. Anlaufstelle ist der „Stützpunkt“ im Haus MITEINANDER.: 

Andreas-Hofer-Straße 19  .  96049 Bamberg-Gaustadt  .  Telefon 0951 6010107  .  E-Mail
stuetzpunkt.gaustadt@caritas-bamberg.de

Sprechstunden: Montag von 14:00 bis 16:00 Uhr, Dienstag von 9:00 bis 11:00 Uhr, Mittwoch von 16:00 bis 17:00 Uhr und Freitag von 9:00 bis 11:00 Uhr

Das Haus MITEINANDER verfügt sogar über einen eigenen Übungsplatz, damit Senioren dank spezieller Sportgeräte ihre Fitness bewahren können.  Foto: Gerhard Hagen