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Bis Mitte 2015 sollen in Nürnberg 50 neue Wohnungen fertig sein mit Preisen unterhalb des örtlichen Mietspiegels

12.08.2013

Schon der Anfang war eine Feier wert. Mietwohnungsbau, der soziale Kriterien berücksichtigt, ist heute nicht alltäglich. Die Joseph-Stiftung errichtet in der Pfälzerstraße in Nürnberg eine neue Wohnanlage, deren Monatskaltmiete pro m² zwischen 5,10 und 8,50 € liegen wird.

Die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern fördern das Vorhaben mit zinsgünstigen Darlehen. Als eines von zehn Modellvorhaben im Programm „IQ – innerstädtische Wohnquartiere“ der Obersten Bayerischen Baubehörde (OBB) wird es sogar mit einem Zuschuss von 86.000,00 € bedacht. Insgesamt ist es – wie Stiftungs-Vorstand Reinhard Zingler bei der festlichen Baustelleneröffnung am 8. August 2013 berichtete – auf 9,2 Mio. € veranschlagt. Mitte 2015 soll die 50 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen bezugsfertig sein.

Damit wäre dann die seit 2009 andauernde und als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete Neugestaltung der kirchlichen Immobilien des ehemals von Franziskanern in klösterlicher Gemeinschaft betreuten Pfarrei St. Ludwig abgeschlossen. In den vergangenen Jahren ist hier ein neues Gemeindezentrum sowie ein „Haus für Kinder“ mit rund 200 Ganztagsplätzen geschaffen worden.

Eine „überaus positive Veränderung in der Südstadt“ registrierte Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und wünschte eine weiterhin unfallfreie Baustelle. Die Pfarrei St. Ludwig zeichne sich durch ein vortreffliches, komplettes Gemeinwesenangebot aus. Und die Joseph-Stiftung sorge jetzt noch für Wohnraum zu Preisen unterhalb des örtlichen Mietspiegels. Nach den Worten des Rathauschefs werde in Nürnberg stets einiges neu gebaut, aber leider in einer Preislage jenseits von 10,00 €/m²/Monat: „Da kommen nicht die Bevölkerungsgruppen zum Zuge, um die wir uns Sorgen machen.“

„Vor allem Familien haben es zunehmend schwer, angemessenen Wohnraum zu finden“, stellte Ministerialrätin Karin Sandeck aus der OBB fest. Die Fördermittel des Freistaats für das ihrer Meinung nach sehr ambitionierte Konzept bei St. Ludwig seien auf der Grundlage bewilligt worden, dass hier generationenübergreifendes Wohnen stattfinden werde: „58 Kinder sind geplant!“

Pfarrer Alexander Gießen betonte, dass die Kirche ihren diakonischen und caritativen Auftrag auch an den Rändern wahrnehme. Die Pfarreiverantwortlichen hätten 2007 nach dem Wegzug der Franziskaner auf einem Klausurtag Leitsätze formuliert und sich entschieden: „Wir öffnen uns ganz bewusst für den Stadtteil.“ Der Geistliche bat darum, nun gemeinsam auch die letzte Etappe zu gehen; Gott möge die Früchte der Arbeit segnen.