Berichte

Bundesweites Netzwerktreffen für innovative Altenwohnformen in Bamberg

27.04.2015

„In der Heimat wohnen“ ist als Wohnmodell für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung etabliert und inzwischen auch als Marke geschützt.

Der Caritasverband im Erzbistum Bamberg und das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung haben gemeinsam das Konzept entwickelt. Andere Institutionen und Firmen sind in ähnlicher Weise tätig. Als erstes hat man sich in Bielefeld visionär mit geeigneten Wohnformen in einer älter werdenden Gesellschaft befasst. Ausgehend von dort bildete sich ein bundesweites Netzwerk, um sich über aktuelle Sachstände, Fragen und Antworten, Probleme und Lösungen auszutauschen. Das Jahrestreffen fand diesmal in Bamberg statt, zumal die hiesigen „Heimat“-Akteure den Kollegen am Ursprungsort der Bewegung kaum mehr nachstehen.

Ehrlicherweise muss man bekennen, dass das „Bielefelder Modell“ die Idee dazu lieferte, in Bamberg bzw. in der ganzen Erzdiözese Bamberg die Möglichkeit zu bieten, auch im Alter und bei Behinderung eigenständig einen Haushalt zu führen – mit ehrenamtlicher und/oder professioneller Unterstützung. Das war vor zwölf Jahren. Bielefeld hat in dieser Hinsicht fast zwei Jahrzehnte Vorsprung.

Caritas und Joseph-Stiftung waren die Ersten in Bayern, die etwas Adäquates zum „Bielefelder Modell“ in die Tat umsetzten. Die Zahl derer, die nachgezogen haben, ist groß. Und jeder versucht auf seine individuelle Weise, ähnliche Hindernisse zu meistern. Folglich ist ein Austausch sinnvoll. Dieses Jahr kamen Teilnehmer von der gewobau Rüsselsheim, der GBH Hannover, der GWG Kassel, der wgb Nürnberg, der Bau AG Kaiserslautern, der GEWOFAG München, der SAGA Hamburg, der WB Wohnraum Mainz, der BGW Bielefeld, der Bauhilfe Pirmasens und den integrativen Wohnformen Stuttgart zur Joseph-Stiftung nach Bamberg.

Unter anderem hatten die Kollegen die Gelegenheit, das Haus MITEINANDER im Stadtteil Gaustadt und das AAL-Musterhaus in der Bamberger Villachstraße zu besichtigen. Eifrig diskutierte Themen in den Gesprächsrunden waren beispielsweise die 24-Stunden-Versorgung, die Pflegewohnung auf Zeit, das Quartiersmanagement und die ehrenamtlichen Nachbarschaftsschlichter. Fast immer ging es auch darum, wie jeweils die Finanzierung gesichert werden kann.