Berichte

Gymnasiasten kochen im Haus MITEINANDER für sich sowie für Senioren und Menschen mit Behinderung

17.02.2016

„Orientierungstage“ in ganz außergewöhnlicher Form laufen in der ersten Schulwoche nach den Faschingsferien in unserem Haus MITEINANDER im Bamberger Stadtteil Gaustadt. Hier, wo nach dem Konzept „In der Heimat wohnen“ für Familien und Alleinstehende, für Junge und Alte, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Einheimische und Zugereiste „Wohnen in allen Lebensphasen“ ermöglicht wird, bereiten Schüler des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums für sich und einige Bewohnern ein festliches Essen zu.

Von Montag bis Freitag kommt jeweils eine andere Klasse der 9. Jahrgangsstufe ins Haus MITEINANDER. Die Einrichtung umfasst 29 Mietwohnungen sowie einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche. Der generationsübergreifenden Begegnung diente seit dem Bezug der Wohnanlage im Frühjahr 2009 unter anderem der gemeinsame Mittagstisch mindestens einmal die Woche. Darauf mussten Bewohner und Nachbarn zuletzt verzichten, nachdem gleich mehrere „Chefköche“ gleichzeitig schwer erkrankt sind.

Da trifft es sich gut, dass das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium seine Orientierungstage für die 9. Klassen diesmal ganz anders als bisher ausrichtet: Bei einer Art Gastro-Workshop sollen Stärken entdeckt und Kompetenzen genutzt werden. Im Team soll morgens abgestimmt werden, wie und von wem die bereitstehenden Lebensmittel verarbeitet werden. Wer kann was leisten? Wer hat welche Vorlieben? Welche „Unverträglichkeiten“ sind zu beachten? … Und schließlich soll alles noch schön angerichtet werden, denn bekanntlich isst das Auge mit, und Tischreden schaffen eine besondere Atmosphäre. – Die Gymnasiasten können Erfahrungen fürs eventuell baldige Studentendasein und fürs Leben ganz allgemein sammeln. Gleichzeitig lernen sie, auf Fremde und Freunde einzugehen.

Innovative Wohnformen versuchen, unter aktuellen Rahmenbedingungen (demographischer Wandel, Auflösung der Großfamilien, Professionalisierung der Gesundheitsversorgung, …) dazu zurückzukommen, dass man aufeinander achtet: Gemeinsam statt einsam, daheim statt im Heim!

Begleitet werden die fünf Klassen jeweils einen Tag lang von der Mediatorin und Erlebnispädagogin Susanne Stadler. Die Idee für die nicht alltägliche Aktion stammt von der Religionslehrerin Claudia Zellmann. Mit dem Vorhaben stieß sie sofort auf offene Ohren bei der im Haus MITEINANDER ansässigen Sozialpädagogin Anja Münzel vom Caritasverband für die Stadt Bamberg sowie bei Ulrike Hanna, Abteilungsleiterin für „In der Heimat wohnen“ bei der Joseph-Stiftung, die für diesen Zweck die Küche gerne aufsperrt.

Fotos: Anja Münzel


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Kochevent in vier Gaengen