Berichte

„In der Heimat wohnen“ erstmals in einem Altbestand der Joseph-Stiftung

23.11.2010

In Neunkirchen am Sand hat der Caritasverband Nürnberger Land das bekannte Konzept „In der Heimat wohnen – ein Leben lang! Sicher und selbstbestimmt.“ noch ein Stück weiterentwickelt. Dort wird das Wohnmodell zum ersten Mal in der Erzdiözese Bamberg nicht in einem Neubau angeboten. Stattdessen hat die verantwortliche Ansprechpartnerin Dipl.-Soz.päd. Julia Edenhofer ihren Stützpunkt in einer älteren Wohnanlage der Joseph-Stiftung aufgeschlagen: in der Ringstraße 4.

„In der Heimat wohnen“ ist nun auch in Neunkirchen am Sand gestartet. Es freuen sich (von links) Bürgermeister Kurt Sägmüller, Caritas-Kreisvorsitzende Angela Henke, Vorstand Dr. Klemens Deinzer von der Joseph-Stiftung, Sozialpädagogin Julia Edenhöfer, Caritas-Kreisgeschäftsführer Michael Groß, Melanie Zuric vom Landratsamt, Doris Lohmeier, „Heimat“-Referentin beim Diözesan-Caritasverband Bamberg, und Pfarrer Jürgen Dellermann.

Die Menschen im Bereich der Bahnhof- und Ringstraße in Neunkirchen, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten leben, sollen auch als Senioren in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, egal welche altersbedingten Hindernisse auftreten. „Dieser Ansatz ist eine der Antworten auf die Veränderungen in unserer Gesellschaft“, beschreibt die Caritas-Vorsitzende Angela Henke das Ziel bei der Eröffnung der neuen Anlaufstelle. Das hier geschaffene Beratungs- und Betreuungsangebot trägt zu einem hoffentlich sorgenfreien Lebensabend bei.

Bei der Vorstellung des Konzepts durch Julia Edenhofer vor zahlreichen Caritas-, Gemeinde- und Kirchenvertretern hatten sich im neuen Nachbarschaftstreff auch zehn Anwohner eingefunden, die sich für das Angebot interessierten. Ein Fragebogen, der vorab an alle Stiftungs-Mieter verschickt worden war, hatte den genauen Bedarf ermittelt. Jeder entscheidet frei, ob er Leistungen in Anspruch nehmen möchte und in welchem Umfang. Dabei reicht das Angebot, bei freier Wahlmöglichkeit des Dienstleisters, von professioneller Pflege und Beratung zu Hause über die ehrenamtliche Unterstützung der Bürger untereinander bis hin zur nachbarschaftlichen Vernetzung und gegenseitigen Hilfe im Alltag. Neunkirchens Bürgermeister Kurt Sägmüller war von Julia Edenhofers Vortrag so angetan, dass er sie einlud, diesen noch einmal im Gemeinderat zu halten.

Zuvor hatte Angela Henke in ihren Grußworten unter anderem Michael Groß, den Geschäftsführer des Caritasverbandes Nürnberger Land, als Triebfeder des zukunftsweisenden „Heimat“-Konzepts gelobt. Außerdem stellte Stiftungs-Vorstand Dr. Klemens Deinzer den Caritas-Kreisverband als einen der „Top-Verbände im Bistum“ heraus. Zudem dankte Dr. Deinzer Athanasios Papanikolaou vom Landratsamt Nürnberger Land für das Entgegenkommen bei der Schaffung der rechtlichen Grundlagen für das Angebot. Abschließend spendete Pfarrer Jürgen Dellermann der Einrichtung den kirchlichen Segen.

Die neue Anlaufstelle für Begegnungen und Aktivitäten im Süden Neunkirchens gleicht einem gemütlichen Wohnzimmer. Hier und im Büro daneben freut sich Julia Edenhofer auf „Mieter, Nachbarn und Interessierte aus der ganzen Gemeinde“.

Text und Foto: Markus Erlwein