Berichte

„In der Heimat wohnen“ in Pegnitz dank zahlreicher engagierter Förderer

27.11.2014

Segen Gottes für Gebäude und Bewohner am 14. Projektstandort in der Erzdiözese Bamberg

„In der Heimat wohnen“ in Pegnitz dank zahlreicher engagierter Förderer

Segen Gottes für Gebäude und Bewohner am 14. Projektstandort in der Erzdiözese Bamberg

 

Im Beisein von Weihbischof Herwig Gössl sind in Pegnitz (Lkr. Bayreuth) zwölf Wohnungen und ein Caritas-Beratungsstützpunkt mit Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für den ganzen Stadtteil, die frühere Bergarbeitersiedlung, als 14. Standort nach dem Konzept „In der Heimat wohnen“ offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Gleichzeitig ist dieser Standort der erste, dessen Gebäude aus in Hallen vorgefertigten Modulen zusammengefügt wurden. Das Holz-Beton-Verbundsystem erreicht hervorragende Energieeffizienzwerte und war binnen eines halben Jahres bezugsfertig. Der schwellenlose Zugang zu allen Wohnungen versteht sich von selbst, schließlich sollen hier Menschen mit teilweise extremen körperlichen Einschränkungen daheim sein können. (Siehe: http://www.dollingerthomas.de/artikel/menschen_mit_herz_und_verstand.htm.)

 

Innovatives Bauen sowie enge Begleitung und Unterstützung der Bewohner durch einen sozialen Dienst – mit diesen Stichworten brachte Helmar Fexer die Besonderheiten des von Caritas und Joseph-Stiftung entwickelten Wohnmodells auf den Punkt. Er begrüßte die Gäste zur Einweihungsfeier am 3. November 2013 als stellvertretender Direktor des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg e. V., der Bauherr des Gemeinschaftshauses mit dem vom Bayreuther Kreis-Caritasverband betriebenen Stützpunkt war, und zugleich als geschäftsführender Kommanditist der eigens zur Finanzierung und Errichtung der Wohngebäude gegründeten „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Pegnitz“.

 

Stadt stellte Grundstücke zur Verfügung

Wesentlich zur Verwirklichung des ehrgeizigen Projekts, bei dem Baukosten von 1,25 Mio. € zu Buche stehen, haben ein privater Großspender und die Stadt Pegnitz beigetragen. Letztere stellte zwei Grundstücke auf Erbbaurechtsbasis zur Verfügung, zahlte deren Erschließung und sicherte sich dadurch eine Mitsprache bei der Belegung der Hälfte der Wohnungen. Außerdem unterstützt sie mit dem erlösten Pachtzins das sogenannte Quartiersmanagement durch die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Theresa Maier und Thea Heier von der Caritas Bayreuth. Diese vorzustellen und auf weitere finanzielle Zuwendungen durch die Deutsche Fernsehlotterie und das katholische Dekanat Auerbach zu verweisen, übernahm Caritas-Kreisvorsitzende Stefanie Hellbach. Allerdings konnte Thea Heier nicht anwesend sein. Ebenso erging es Bürgermeister Uwe Raab. Er bedauerte sehr, wegen eines kurzfristig anberaumten Termins im bayerischen Wirtschaftsministerium, den er als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft zur Verhinderung einer „Stromautobahn“ in der Region wahrnehmen musste, nicht am Festakt teilnehmen zu können. Seine vorbereitete Rede trug sein Stellvertreter, Wolfgang Nierhoff, vor.

 

Der Rathauschef betonte, dass der sperrige Markenname „In der Heimat wohnen“ Programm und Auftrag sei. Heimat finde man unter Gleichgesinnten. Somit sei Heimat eigentlich kein bestimmter Ort, sondern ein Gefühl. Freilich habe die Heimat auch einen in Zahlen festgelegten Preis. Die Monatskaltmiete pro m² Wohnfläche betrage in den Neubauten an der Roseggerstraße 7,00 €, reduziere sich aber dank staatlicher Förderung um 1,20 bis 3,20 € je nach Höhe des Haushaltseinkommens. (Gutverdiener kommen hier nicht zum Zug. Zwei 2-Zimmer-Wohnungen und eine 3-Zimmer-Wohnung im mittleren Segment sind noch zu haben; Interessierte wenden sich bitte an Andrea Walther, Abteilungsleiterin für die Kundenbetreuung bei der Joseph-Stiftung – Telefon 0951 9144-0.)

 

Beispielgebend und wohltuend

Das neue Angebot in Pegnitz bezeichnet Theodor Bonnet, als Leitender Baudirektor bei der Regierung von Oberfranken zuständig für das Sachgebiet Wohnungswesen, als beispielgebend. Langfristig werde deutlich mehr von diesem zeitgemäßen und bezahlbaren Wohnraum benötigt: „Wir haben zwar insgesamt nicht zu wenige, für die sich verändernde Gesellschaft aber die falschen Wohnungen.“ Deshalb habe die Regierung für zehn der zwölf Wohnungen an der Roseggerstraße ein günstiges Darlehen von über 600.000 € bereitgestellt, berichtete der Spitzenbeamte in Vertretung des Regierungspräsidenten den Festgästen. Zudem erklärte er, dass er die Architektur der Gebäude als „wohltuend“ empfinde.

 

Die Baupläne hat Dr. Joachim Brech (Landsberg) gefertigt. Umgesetzt wurden sie durch die IBOS – Intelligent Building Operating System – GmbH, einer Tochtergesellschaft der Neumarkter Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG. Deren Geschäftsleitungsmitglied Andreas Schmid dankte für das Vertrauen und überreichte anstelle des obligatorischen symbolischen Hausschlüssels an Helmar Fexer im Hinblick auf weitere Baumaßnahmen einen Helm und für die Bewohner jeweils einen Schlüsselanhänger. Die Mieter ihrerseits schenkten allen Anwesenden einen (Halb-)Edelstein, um zu unterstreichen, wie wertvoll ihren ihr neues Zuhause und ihre Gemeinschaft sind. Ihnen seien Steine aus dem Weg geräumt worden, freute sich Neu-Pegnitzerin Erika Kuhn.

 

Segnung durch Weihbischof und Dekan

Die „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Pegnitz“ spendierte letztlich noch für jede Wohnung ein kunstvolles Kreuz aus einer Bayerwald-Glashütte. Das Kreuz interpretierten Weihbischof Herwig Gössl und Dekan Dr. Gerhard Schoenauer, Stellvertreter der Bayreuther Regionalbischöfin, als „Schlüssel zu Gott“. Und das Fundament, auf das unser ganzes Dasein fuße, sei Gottes Liebe. Um den Segen des Herrn baten die beiden Geistlichen sowohl für die neuen Gebäude als auch für die Menschen, die hier ein- und ausgehen.

 

Abschließend war von allen Rednern noch etwas Muskelkraft gefordert; sie mussten lockere Erde schaufeln: Gemeinsam setzten sie eine Schwedische Mehlbeere. Ein Exemplar der seltenen Art hatte früher schon auf dem Grundstück gestanden, hatte aber den Gebäuden weichen müssen. Thomas Knauber von der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz hat den idealen Wuchsort extra von einem Wünschelrutengänger suchen lassen und das Anpflanzen des rund 3,00 m hohen Baums aus einer fränkischen Schule persönlich beaufsichtigt.

 

Die von den heimischen Musikern Maria Schuster (Violine) und Waldemar Geigert (Akkordeon) würdevoll begleitete Feier endete mit einem Imbiss im Gemeinschaftshaus, bei dem noch manche Anekdote aus der Anbahnungs-, Planungs- und Bauzeit erzählt wurde …

 

 

Bildtexte:

Weihbischof Herwig Gössl (rechts) und sein geistlicher Mitbruder, der evangelische Dekan Dr. Gerhard Schoenauer (links), segneten die neuen Gebäude an der Roseggerstraße in Pegnitz und alle Menschen, die hier ein- und ausgehen.


Die Mieter am neue „In der Heimat wohnen“-Standort in Pegnitz trugen zur Einweihungsfeier eine Geschichte über einen Zauberstein bei. Sie freuten sich, dass ihnen Steine aus dem Weg geräumt wurden.


Jetzt steht wieder ein Exemplar der seltenen schwedischen Mehlbeere auf dem Grundstück. Beim Pflanzen packten mit an (von links): Dr. Klemens Deinzer, Vorstand der Joseph-Stiftung; Andreas Schmid, Prokurist der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG; Wolfgang Nierhoff, 2. Bürgermeister der Stadt Pegnitz; Stefanie Hellbach, 1. Vorsitzende des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Bayreuth e. V.; Theresa Maier, Quartiersmanagerin in Pegnitz; Weihbischof Herwig Gössl; Dekan Dr. Gerhard Schoenauer; (verdeckt) Thomas Knauber von der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz in Pegnitz; Theodor Bonnet, Leiter des Sachgebietes Wohnungswesen bei der Regierung von Oberfranken; Helmar Fexer, stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor und geschäftsführender Kommanditist der „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Pegnitz“.

 

Ähnlich wie alle Mieter für ihre neue Wohnung ein kunstvolles Kreuz aus einer Bayerwald-Glashütte erhielten, wurde auch eine große Ausführung für den Versammlungsraum im Gemeinschaftshaus vorgesehen.


Text und Fotos: bs