Berichte

Kirchlicher Segen für Hollfelder „Heimat“-Haus

17.11.2011

Bis auf das Wetter war alles vollends gelungen. So könnte ein kurzes Fazit der Segnung des „In der Heimat wohnen“-Hauses in Hollfeld lauten.

Dass trotz der trüben und kalten Witterung am Nachmittag des 17. November 2011 bei den zahlreichen Gästen eine frohe Stimmung herrschte, ist zum großen Teil der warmen Worte von Stadtpfarrer Monsignore Bernhard Simon und dem evangelischem Pfarrer Thorsten Öhmke zu verdanken. Gemeinsam erbaten sie Gottes Segen das neue Wohngebäude am Graben 2 a in Hollfeld (Lkr. Bayreuth).

In seiner kurzen Predigt würdigte Pfarrer Öhmke das „Heimat“-Modell. Es biete den Bewohnern die Möglichkeit, „Freund“ zu werden. Er erinnerte zudem daran, wie gut es sei, dass Menschen zuhilfe kommen, gerade wenn man im Alter meint, dass es nicht mehr so recht weitergehen will. „Auch wenn man es gerne verdrängt, irgendwann ist jeder Mensch auf die Hilfe eines Nächsten angewiesen“, betonte der Geistliche.

Das Konzept von „In der Heimat wohnen – ein Leben lang. Sicher und selbstbestimmt“ haben die Caritas im Erzbistum Bamberg und das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung entwickelt. Es stützt sich auf drei Säulen: Erstens ein Für- und Miteinander in guter Nachbarschaft, zweitens bei Bedarf professionelle ambulante und hauswirtschaftliche Dienste sowie drittens barrierearmer Wohnraum, der zudem energieeffizient und somit günstig im Unterhalt ist.

Nach knapp einjähriger Bauzeit konnten die ersten Mieter im Juli 2011 einziehen. Insgesamt entstanden in direkter Nachbarschaft zur Sozialstation und zum Altenpflegeheim sieben seniorengerechte Mietwohnungen für ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung. Bauherr ist die „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Hollfeld“, an der auch die Stadt beteiligt ist.

Im Anschluss an die Segnung trafen sich die Festgäste im benachbarten Seniorenwohnheim St. Elisabeth zu Kaffee und Kuchen. In einer kurzen Ansprache lies der stellvertretende Diözesan-Caritasdirektor Helmar Fexer die Entstehung des Projekts noch einmal Revue passieren. Erste Ideen zur Umsetzung hätte es bereits 2002 gegeben, erklärte er. Wirklich Fahrt aufgenommen hatte die Planung aber erst im Jahr 2008, nachdem Hollfeld im Rahmen des Modellprojektes „Innovative Altenhilfekonzepte“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen ausgewählt worden ist. Das Modellprojekt hatte eine Laufzeit bis zum August 2011 und das Fazit im Abschlussbericht des Staatsministeriums könne sich durchaus sehen lassen, erklärte Fexer. Insbesondere die Gemeinwesenarbeit hätte sich als sinnvoll und erfolgreich erwiesen. In dem Bericht hieß es hierzu: „Es konnten umfassende und vertiefte Kenntnisse gewonnen werden, die auch für andere Kommunen hilfreich sein können.“

Ähnlich positiv gestimmt war auch Ruth Domide, als Projektgruppenleiterin die treibende Kraft hinter der angesprochenen Gemeinwesenarbeit. „Um die Isolation aufzubrechen, in der viele Menschen verweilen, sind viele kleine Schritte notwendig“, erklärte die Sozialpädagogin. „Besonders die vielen ehrenamtlichen Helfer machen ein mehr an Kommunikation möglich. Während dem regelmäßig stattfindenden Mittagstisch können zum Beispiel kleine und große Sorgen besprochen werden. Das hilft Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse zu erzeugen.“

Das das „Heimat“-Modell „ein Segen für Hollfeld“ sei, davon war auch Bürgermeisterin Karin Barwisch überzeugt: „Angesichts des demographischen Wandels ist diese barrierefreie Wohnanlage sehr sehr gut für uns.“ Das Stadtoberhaupt würdigte in ihrem Grußwort auch die Arbeit der Caritas-Sozialstation, die einen wichtigen Teil des Modells darstellt. In der heutigen Zeit, in der meist nur Jugend und Schönheitswahn zählt, kümmerten sich deren Mitarbeiter „aufopfernd“ um die Sorgen der älteren Bevölkerung.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Architekt und Bauleiter Wolf-Dieter Müller einen „gebackenen“ Schlüssel an Martina Lang, Geschäftsführerin der „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Hollfeld“. 

Text und Fotos: Sylwester Przybyla