Berichte

Lehrberger Senioren bekommen neue „Heimat“

04.12.2012

Für die Marktgemeinde Lehrberg bei Ansbach war der Tag der Segnung unseres neuen Mietwohngebäudes in der Sonnenstraße ein entscheidender Schritt in die Zukunft. Senioren können mitten im Ort barrierefrei wohnen und sind eingebunden in alle Aktivitäten ihrer Nachbarschaft.

Unter dem Motto „In der Heimat wohnen – ein Leben lang!“ hat die Joseph-Stiftung, das Wohnungsunternehmen im Erzbistum Bamberg, in der Lehrberger Sonnenstraße ein Gebäude mit zehn Wohneinheiten und den Räumen für die Caritas-Sozialstation errichtet. Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben Regionaldekan Domkapitular Hans Kern sowie der evangelische Ortspfarrer Dr. Rudolf Keller das neue Haus und seine Bewohner gesegnet. Auf dem rund 2.120 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Schule und Rathaus ist ein Neubau entstanden, der nicht nur zehn Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 70 Quadratmeter enthält, sondern auch ein „Bürgercafe“, das der Begegnung der Generationen dient.

Domkapitular Hans Kern sagte zu Beginn des Gottesdienstes in der katholischen Filialkirche Heilig Kreuz, dass die neue Einrichtung zum Segen für alle Einwohner Lehrbergs gereichen solle. Pfarrer Dr. Rudolf Keller betonte in seiner Predigt, dass das neue Haus der ruhende Pol und gute Basis für die Mitarbeiter der Sozialstation und für die Bewohner sein solle. Veit Bergmann, der geschäftsführende Kommanditist der In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Lehrberg, die Eigentümerin des neuen Gebäudes ist, drückte die Hoffnung aus, dass es der Begegnung dienen werde.

Dr. Klemens Deinzer, der Vorstand der Joseph-Stiftung, kritisierte in seinem Grußwort, dass es keinerlei staatliche Förderung für das Bauvorhaben gegeben habe. Ohne eine massive Beteiligung der Staatsregierung werde es solche Projekte, wie in Lehrberg, in Zukunft nicht mehr geben. Die Bekenntnisse zum ländlichen Raum müssten endlich auch mit Leben gefüllt werden, so Dr. Deinzer. Josef Noppenberger vom Diözesan-Caritasverband würdigte das Konzept von „In der Heimat wohnen“ als ein zukunftsfähiges und für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft tragfähiges Konzept.

Auch die Vorsitzende des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Ansbach, Dr. Christine von Blohn, würdigte das Lehrberger Haus als ein „Erfolgsmodell“. Und Bürgermeister Reiner Grimm sagte, dass es für viele Senioren sehr wichtig sei, so lange wie möglich in der Heimat wohnen zu können. Da es die traditionellen Familienverbände nicht mehr gebe, müsse die Gesellschaft den Senioren dieses selbstbestimmte Leben bis ins hohe Alter ermöglichen.

Bei „In der Heimat wohnen – ein Leben lang!“ handelt es sich um ein von Joseph-Stiftung und dem Bamberger Diözesan-Caritasverband gemeinsam entwickeltes Wohnmodell. Bisher wurde es an 14 Standorten realisiert – stets angepasst an die individuellen lokalen Erfordernisse. Das Konzept stützt sich laut Dr. Deinzer auf drei Säulen: Erstens wird barrierefreier und energieeffizienter Wohnraum geschaffen. Zweitens werden professionelle ambulante und hauswirtschaftliche Dienstleistungen angeboten. Und drittens stärkt ehrenamtliches Engagement aus der (Pfarr-)Gemeinde das Miteinander. Ziel ist, „die Entwicklung „ambulant vor stationär“ weiter zu unterstützen und auf der Grundlage von integrativen, regionalen seniorenpolitischen Gesamtkonzepten neue Modelle zur Weiterentwicklung von zukunftsfähigen Wohn- und Betreuungsformen für ältere Menschen zu erschließen“.

In der Marktgemeinde Lehrberg hat sich schon ein Kreis aus Gläubigen der katholischen wie auch der evangelischen Kirchengemeinde gebildet, die sich ehrenamtlich um die Betreuung der Senioren in dem Gebäude an der Sonnenstraße zu kümmern. In dem Gemeinschaftsraum, der neben den Räumen der Sozialstation eingerichtet wird, sollen in Zukunft auch regelmäßige Angebote für die Bewohner, aber auch für die Bürger Lehrbergs gemacht. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier von einem Kinderchor unter Leitung von Bernadette Kittelberger.