Berichte

„Öffentliches Bekenntnis“ zum „Heimat“-Bauvorhaben in Lehrberg

13.10.2010

Weil seit Herbst 2007, als sich Joseph-Stiftung, Caritasverband in der Stadt und im Landkreis Ansbach e. V. sowie die Marktgemeinde Lehrberg als „ideale Partner“ für die Verwirklichung des „Heimat“-Wohnkonzepts gefunden hatten, nach außen wenig Sichtbares vorzuzeigen ist, gaben die Beteiligten jetzt am 12. Oktober 2010 am künftigen Wohnstandort ein „öffentliches Bekenntnis“ zu ihrem „Heimat“-Bauvorhaben ab.

Die feierliche Enthüllung eines Bauschildes durch (im Bild von links) Caritas-Vorsitzende Lilli Schmitt-Fichtner, Stiftungs-Vorstand Dr. Klemens Deinzer, Bürgermeister Reiner  und Martina Lang, Geschäftsführerin der eigens gegründeten „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Lehrberg“, signalisert den baldigen Beginn der Arbeiten auf dem rund 2.120 m² großen Baufeld. Derzeit wird eine überarbeitete Ausschreibung vorbereitet. Die bauaufsichtliche Genehmigung liegt schließlich schon seit Ende Juni vor.

„In der Heimat wohnen – ein Leben lang! Sicher und selbstbestimmt.“ – Dieses von Joseph-Stiftung und Caritas im Erzbistum Bamberg gemeinsam entwickelte Konzept ist laut Dr. Klemens Deinzer beispielgebend für den gesamten nordbayerischen Raum.

Menschen sollen in ihrem vertrauten Umfeld alt werden und alt sein können, sollen ihre späte Zeit trotz eventueller körperlicher Einschränkungen sorgenfrei genießen können, ohne finanziell über Gebühr belastet zu werden. Im Gegensatz zum sonst üblichen „Betreuten Wohnen“ bietet das „Heimat“-Modell Versorgungssicherheit ohne Bereitstellungspauschale; es müssen lediglich tatsächlich in Anspruch genommene Leistungen (professionelle pflegerische oder hauswirtschaftliche Hilfen) bezahlt werden und nicht schon die Möglichkeit, auf sie zugreifen zu können.

„In der Heimat wohnen“ stützt sich auf drei Säulen: 1. auf barrierefreien Wohnraum, der zudem eine gute Energieeffizienz aufweist; 2. auf ambulante Dienste; und 3. auf ehrenamtliche Unterstützung aus Familie, Freundeskreis und Vereinen sowie aus Kirche und Kommune. Für den „ländlichen“ Standort Lehrberg konnte sogar beim Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen eine Förderung mit Rahmen des Programms „Innovative Altenhilfe“ erreicht werden.

In der Sonnenstraße 10 sollen zwischen Schloss, Rathaus und Schule, also in der Ortsmitte, drei 3-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 65 m², sieben 2-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 50 m² sowie eine Sozialstation mit einer nicht allein für die Hausgemeinschaft bestimmten Begegnungsstätte entstehen. In letzterer ist unter anderem an eine PC-Ecke gedacht. Außerdem soll eine Fahrdienst- und Einkaufsbörse eingerichtet sowie Mittagstisch, Schulaufgabenhilfe, Gedächtnistraining, Spiele-, Gesangs- und Tanzveranstaltungen angeboten werden. Die zentrale Lage ermöglicht, alltägliche Besorgungen auch zu Fuß zu erledigen. Bäcker, Post, Apotheke und Arzt sind nicht weit entfernt. Ebenso befindet sich eine Bushaltestelle in der Nähe.

Die Wohnungen werden über einen Aufzug erschlossen. Alle werden über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Unter energetischen Aspekten erfolgt die Bauausführung mit einem hohen Dämmstandard und mit Solarkollektoren. Für eine 50-m²-Wohnung ist die Miete auf rund 340,00 € ohne Nebenkosten veranschlagt. Für die Interessenten gelten keine Einkommensgrenzen wie bei Bewerbern für Sozialwohnungen. Fragen zum Mietverhältnis beantwortet Frau Elisabeth Gowin in der Ansbacher Geschäftsstelle der Joseph-Stiftung in der Fischerstraße 16; Telefon: 0981 46063-66.

Bürgermeister Grimm meint: „Es ist an alles gedacht, damit die Menschen sich hier richtig wohlfühlen können.“ Er freut sich auf einen „ansprechenden Baukörper“ und auf eine Betreuung der künftigen Bewohner, die sie in finanzieller Hinsicht nicht über Gebühr belasten wird. So begegne der Markt Lehrberg den aktuellen Herausforderungen aufgrund der demographischen Entwicklung.