Berichte

Strukturförderung im ländlichen Raum

21.06.2010

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat ein weiteres gemeinsames Vorhaben von Caritas und Joseph-Stiftung als Modellmaßnahme eingestuft und entsprechende Fördermittel genehmigt.

In dem neuen Programm geht es um den altersgerechten Umbau von Wohngebäuden, Wohnquartieren sowie der kommunalen und sozialen Infrastruktur im ländlichen Raum. Bundesbauministerium und BBSR wählten in enger Abstimmung unter über 100 Bewerbungen letztlich 20 beispielgebende Projekte aus, davon 14 im Forschungsschwerpunkt „altersgerecht umbauen" und sechs im Forschungsschwerpunkt „Investitionsoffensive Infrastruktur".

Unser Vorhaben wird dem kleineren letzteren Bereich zugerechnet und trägt den Titel: „Lebensraum Teuschnitz – (Re-)Vitalisierung einer der strukturschwächsten Regionen Bayerns. Ein städtebauliches und generationsübergreifendes Gesamtkonzept." Konkret sollen in einem seit Jahren leerstehenden Gebäude an der Hauptstraße (Nr. 36/siehe Bild links) sowie in einen Neubau anstelle einer Halle im Hof (Bild darunter) acht bis zehn Wohnungen geschaffen werden nach dem bereits erprobten Konzept: „In der Heimat wohnen – ein Leben lang!" Eckpunkte dessen sind eine barrierearme Immobilie in zentraler Lage, ehrenamtliches Engagement aus Kirchengemeinde und Vereinen sowie bei Bedarf professionelle ambulante oder hauswirtschaftliche Dienstleistungen, die erst bei Inanspruchnahme abgerechnet werden; eine Bereitstellungspauschale wie beispielsweise beim Betreuten Wohnen fällt nicht an. Und dennoch soll laut unserem Vorstand Dr. Klemens Deinzer die Monatskaltmiete lediglich bei rund 4,50 €/m2 liegen – auch obwohl das Gebäude energetisch auf höchsten Stand gebracht wird.

Bürgermeisterin Gabriele Weber und ihr Stadtrat sind folglich voll des Lobes für die aktuelle Entwicklung. Bei voraussichtlich 1,6 Mio. € Investitionsbedarf schießen Bund, Landesstiftung und Oberfrankenstiftung etwa 1,5 Mio. € zu. Darüber hinaus begleitet die Universität Bayreuth die Maßnahme wissenschaftlich. Kronachs Landrat Oswald Marr freut sich besonders, dass das Geld nicht – wie so oft – in Ballungs-, sondern in den ländlichen Raum fließt.

Aus eigener Kraft könnte die Stadt Teuschnitz die Maßnahme nicht finanzieren, macht die Bürgermeisterin klar. Im Frankenwald existiert keine florierende Wirtschaft. Viele junge Menschen wandern ab.

Das Modellprojekt eröffnet die Chance, ein unter Ensembleschutz stehendes Gebäude im Ortskern zu erhalten sowie ein ambulantes Versorgungsangebot mit generationsübergreifendem Treff einzurichten. Christian Benisch, dem Kreisgeschäftsführer des Caritasverbandes Kronach, kündigt nicht nur einen auch für die Öffentlichkeit nutzbaren Raum mit Gemeinschaftsküche an, sondern ebenso eine rund um die Uhr besetzte Sozialstation; die pflegerischen Leistungen soll allerdings das Bayerische Rote Kreuz erbringen. Wir von der Joseph-Stiftung planen, im Herbst mit den Bauarbeiten zu beginnen, so dass der Bezug Ende nächsten Jahres erfolgen kann.