Berichte

Witterungsunabhängige Fertigung der Module für die Pegnitzer „Heimat“-Mietwohnanlage - Ab März Montage vor Ort

05.02.2014

Fundamente und Bodenplatten für das Mietwohngebäude und unmittelbar daneben für den Caritas-Stützpunkt (einschließlich Gemeinschaftsraum für Treffen der Nachbarschaft), die in Pegnitz den äußeren Rahmen für das Projekt „In der Heimat wohnen – ein Leben lang!“ schaffen, sind seit Kurzem gegossen.

Vor Ort in der Roseggerstraße soll im März der „Geschossbau“ beginnen – jedoch auf ganz andere Weise als gewöhnlich. Zwölf Wohnmodule werden zusammengesetzt, so dass die ganze Anlage innerhalb weniger Wochen bezugsfertig sein wird. Das erfordert eine höchst präzise Vorbereitung.

Bei der IBOS-Modulbau GmbH werden die 2- und 3-Zimmer-Wohnungen bereits seit 30. November 2013 gefertigt. IBOS (Intelligent Building Operating System) gehört zum Bauunternehmen Max Bögl. Die Wohnmodule werden witterungsunabhängig in einem Werk in Bachhausen bei Neumarkt in der Oberpfalz hergestellt und ausgebaut. Die Auslieferung erfolgt mit Spezialfahrzeugen. Auf der Baustelle finden dann nur noch die Montagearbeiten statt. Pro Tag können, wenn denn alles zu- und ineinander passt, bis zu zehn Wohnmodule zusammengefügt werden. Das Anbringen des Außenputzes bildet den Abschluss und dauert in der Regel fünf Tage.

Blick hinter die Kulissen


Die Fertigstellung ist, sofern das Wetter keine Kapriolen schlägt, für Ende April 2014 geplant. Bauherr des innovativen, selbstverständlich barrierefreien Mietwohngebäudes ist die eigens gegründete „In der Heimat wohnen GmbH & Co. KG Pegnitz“; Kooperationspartner ist die Stadt Pegnitz. In der GmbH & Co. KG engagieren sich vor allem die Caritas und das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung. Verantwortliche von dieser Seite nutzen die Möglichkeit, bei IBOS hinter die Kulissen zu blicken und zudem die Ausstattung der Wohnungen zu „konfektionieren“. Johannes Kerling, Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit der Joseph-Stiftung, schildert seine Eindrücke, die so gar nicht seinen Erwartungen entsprachen:

Schon auf der Anfahrt nach Bachhausen kamen uns etliche Transporter der Firma Bögl mit riesigen Bauteilen für Windkraftanlagen entgegen. Entsprechend gespannt war das Team „In der Heimat wohnen“ bestehend aus dem stellvertretenden Diözesan-Caritasdirektor Helmar Fexer sowie von der Joseph-Stiftung dem Vorstand Dr. Klemens Deinzer, der „Heimat“-Abteilungsleiterin Ulrike Hanna und dem Architekten Veit Bergmann, der zugleich auch als für den technischen Bereich zuständiger Geschäftsführer der Pegnitzer „Heimat“-GmbH & Co. KG fungiert. Seitens der IBOS-Modulbau GmbH empfing Projektleiter Marco Kellner und Architekt Dr. Joachim Brech die Gruppe. Veit Bergmann und Dr. Joachim Brech hatten im Vorfeld unter anderem schon die Position von Anschlüssen der Versorgungsleitungen und alles rund um den Betrieb des Liftes festgelegt. Jetzt mussten beispielsweise noch Halterungen für das behindertengerechte Bad ausgewählt werden.

Ausgestattet mit Helm und Warnweste konnte verfolgt werden, wie ein Modulhaus hergestellt wird. Auf einer etwa 100 Meter langen Produktionsstraße werden die erforderlichen Einzelelemente miteinander verbunden. Je nach Ausbaugrad werden sechs bis acht Mitarbeiter benötigt, um ein Wohnmodul komplett zu verankern, zu verzapfen, zu verschrauben, … Selbst die Leitungen und Rohre, ebenso die Fenster und Türen sowie der Fußbodenbelag werden im Werk eingesetzt bzw. verlegt. „Üblicherweise wird innerhalb eines Tages ein Wohnmodul fertig“, betonte Projektleiter Kellner. Ein Standard-Modul besteht aus fünf Teilen: Boden, Längswand, zwei Seitenwände und Decke. Die Bauweise – Holz-Beton-Verbund – vereint die Vorteile des ökologischen Holzbaus und des Massivbaus und trägt laut Marco Kellner wesentlich zum Energiesparen bei.

Es kann auch auf individuelle Kundenwünsche eingegangen und eine vollständige Möblierung bis hin zur Beleuchtung mitgeliefert werden. Neben der Produktionsstraße befindet sich eine firmeneigene Schreinerei, in der Hölzer nach Belieben gesägt, gefräst, verleimt oder sonstwie bearbeitet werden können.

Wie schaut ein fertiges Modul von innen aus? Natürlich gibt es auf dem IBOS-Gelände ein Musterhaus. Marco Kellner erklärte, dass dessen massive Außenwände im Sommer kühlen und im Winter wärmen. Flexibel die Gestaltungsmöglichkeiten innen: So können beispielsweise die Wände des Bads mit massiven Kunststoffplatten statt mit Kacheln verkleidet werden. Laut Dr. Brech wirken die Kunststoffplatten zum einen ästhetischer als Fliesen, sind genauso in allen Farben zu erhalten und sind obendrein noch leichter zu reinigen. Eine weitere Raffinesse: Die Kombination einer Fußbodenheizung und eines Lüftungsgerätes führt dazu, dass sich das Fensteröffnen, um zu lüften, erübrigt; auch so wird Energie gespart.


Mieter unterstützen einander


Die neue Wohnanlage in Pegnitz wird über sechs 2-Zimmer-Wohnungen (37,67 bis 45 m²) und sechs 3-Zimmer-Wohnungen (55 bis 75 m²) verfügen. Mietinteressenten können sich im Rathaus bei Herbert Maier, Telefon 09241 723-52 vormerken lassen. Schön wäre, wenn sich eine Hausgemeinschaft zusammenfände, in der einer den anderen unterstützt; nicht alle werden die gleichen körperlichen Einschränkungen haben, jeder möge sein besonderes Talent einbringen. Besichtigungen sind nach Vereinbarung unter den genannten Rufnummern voraussichtlich ab April möglich.