Berichte

10 Jahre "In der Heimat Wohnen" in Altenkunstadt

06.08.2019

„In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ nennt sich ein Wohnmodell, das der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und die Joseph-Stiftung entwickelt haben. Seit 2009 wird dieses auch in der Gemeinde Altenkunstadt umgesetzt und das mit großem Erfolg. So wurde in den vergangenen zehn Jahren nicht nur barrierefreier Wohnraum geschaffen. Dank ehrenamtlicher Unterstützung konnten auch viele gesellschaftlich-kulturelle Angebote für Menschen aller Altersgruppen ins Leben gerufen werden.

Im Beisein vieler Gäste, darunter Vertreter von Kirche, Kommune, Wirtschaft und sozialen Einrichtungen, wurde das kleine Jubiläum würdig begangen. Ein ökumenischer Gottesdienst im Speisesaal des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums Sankt Kunigund bildete den Auftakt. „Was bedeutet für Sie Heimat“, fragten Pastoralreferentin Birgit Janson und Pfarrer Rudolf Ranzenberger bei einem Predigtgespräch mit den Teilnehmern. Die meisten der Befragten verbanden damit das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit sowie den Ort, wo liebe Menschen wohnen. „In dieser irdischen Heimat werden wir aber nicht immer bleiben können. Nur bei Gott erwartet uns eine ewige Heimat. Er hat für jeden von uns eine Wohnung vorbereitet“, stellten die Geistlichen klar.

Mit beeindruckenden Klängen sorgte der evangelische Posaunenchor Strössendorf unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes. Geschäftsführer Thomas Geldner vom Caritasverband für den Landkreis Lichtenfels freute sich, zur Jubiläumsfeier auch die Kooperationspartner des Projekts „In der Heimat wohnen“ begrüßen zu können: „Ohne Ihre Unterstützung wäre dieser Dienst am Menschen nicht möglich“. Besonderer Dank galt Quartiersmanagerin Angela Lohmüller: „Wie kein Anderer setzt sie sich mit großem Engagement für die Projektarbeit ein. Man darf sagen, dass sie in den vergangenen zehn Jahren Altenkunstadt mitgeprägt hat“. Geldner wünschte der Diplom-Sozialpädagogin für ihr weiteres Schaffen viel Kraft und Freude und überreichte ein Blumenpräsent.

Bürgermeister Robert Hümmer erinnerte an das Jahr 2009, als bei einer Informationsveranstaltung sich zahlreiche Bürger Gedanken darüber machten, was es bedeute, alt zu werden, alt zu sein und wie der Lebensabend aussehen könne. „Die Gemeinde Altenkunstadt war die erste Kommune im Landkreis Lichtenfels, in der das Projekt `In der Heimat wohnen´ umgesetzt werden sollte. Uns kam damit eine Art Pioniercharakter zu“, betonte Hümmer. Im vergangenen Jahrzehnt ist seinen Worten zufolge für die älteren Bürger etwas sehr Wertvolles entstanden. Die Spielenachmittage, die die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ alle zwei Wochen anbietet, erfreuen sich großer Beliebtheit. Hümmer hatte deshalb als Geschenk ein seniorenfreundliches „Mensch-ärgere-dich-nicht“ - Spiel im Großformat mitgebracht. „Caritasverband und Joseph-Stiftung haben das Wohnmodell `In der Heimat wohnen – ein Leben lang´ zwar entwickelt, aber schon bald haben wir gemerkt, dass bei der Umsetzung die Kommunen gebraucht werden“, sagte Helmar Fexer. Der Diözesan-Caritasdirektor freute sich, dass man nicht nur die Gemeinde Altenkunstadt ins Boot holen konnte, sondern auch die Friedrich Baur GmbH als Investor und Bauträger für den Neubau von Servicewohnungen und Stützpunkträumen.

Anschaulich beschrieb er die Beschaffenheit des Wohnmodells, das in der Erzdiözese Bamberg mittlerweile an 14 Standorten umgesetzt werde. Fexer dankte allen, die sich haupt- und ehrenamtlich in das Projekt „In der Heimat wohnen“ einbringen und wünschte für die Weiterentwicklung der Arbeit viel Erfolg. Heimleiterin Gabriele Händel lobte das gute Miteinander und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Baur-Seniorenzentrum. „Seit fünfeinhalb Jahren lebe ich im `In der Heimat wohnen´ - Neubau. Wir sind eine gute Hausgemeinschaft und fühlen uns wohl. Vor allem aber ist man nie allein“, versicherte Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann, die die Grüße der Mieter übermittelte. Die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, die auch in der Projektgruppe aktiv ist, berichtete von regelmäßigen Angeboten wie Kochvormittagen, Spieletreffs, Ausflügen und Gymnastik: „Die sind jedoch nicht nur für uns Mieter gedacht. Alle Bürger können dabei mitmachen“. Mit einem Ständchen gratulierte der Strössendorfer Posaunenchor zum „runden Geburtstag“. Quartiersmanagerin Angela Lohmüller ließ die vergangenen zehn Jahre Projektarbeit Revue passieren. In Verbindung mit einer Bildpräsentation informierte sie über die vier Komponenten, auf denen „In der Heimat wohnen“ basiere.

Es zählten dazu die Bereitstellung modernen, barrierefreien Wohnraums in zentraler Lage sowie professionelle ambulante und hauswirtschaftliche Dienstleistungen, die Menschen das gute Gefühl gäben, jederzeit versorgt zu sein. Im Rahmen einer „lebendigen Nachbarschaft“ seien Begegnungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für ein soziales Miteinander geschaffen worden. Als wichtige Komponente bezeichnete Lohmüller den Aufbau eines Bürgernetzes. Erfreulich viele Frauen und Männer hätten sich bereiterklärt, ehrenamtlich in der Projektgruppe mitzuarbeiten. Für gemeinsame Aktionen hätten sich Netzwerkpartner gefunden. Als Beispiel nannte Lohmüller die Generationen verbindenden Nachmittage mit dem Kids-Club der evangelischen Kirchengemeinde. Die Quartiersmanagerin dankte allen, die das Projekt „In der Heimat wohnen“ unterstützen: „Es macht mir große Freude, mit Ihnen zu arbeiten“.

Sportlich ging es auf dem Außengelände des Seniorenzentrums weiter. Nach einigen Aufwärmübungen unter Leitung von Annegret Weinlein, die in der Projektgruppe für die Gymnastik zuständig ist, feierte das „Altenkunstadter Rollator-Rennen“ Premiere. „Die Idee für diesen Wettbewerb stammt aus den Niederlanden“, erläuterte Angela Lohmüller, die den Startschuss gab. Angefeuert von den Zuschauern, legten die beiden Mannschaften eine erstaunliche Schnelligkeit an den Tag. „Ihr ward alle spitze, deshalb gibt’s für jeden ein Geschenk“, verkündete die Quartiersmanagerin bei der Siegerehrung. Die Damen des „Altenkuschter Bürgercafés“ sorgten im Speisesaal mit Kaffee, Torten und belegten Brötchen für das leibliche Wohl.

Autor: Bernd Kleinert